Ballast-Abwurf 09

8.März 2026 | Ballast-Abwurf | 2 Kommentare

Zwei schöne Geburtstagsgeschenke

 

Bisher abgeworfen: 40,5 kg

 

„Geschenke“ können ja ganz unterschiedlicher Natur sein: Es können Dinge sein, die man gut gebrauchen kann und/oder die man sich gewünscht hat; es können Situationen und Begebenheiten sein (tolles Wetter, wenn man es gerade braucht, ein Treffen mit einem Menschen den man mag oder neu kennenlernt usw.), etwas, bei dem sich jemand Mühe und Gedanken gemacht hat (was Selbstgemachtes, eine Reise oder ein Ausflug, den jemand für einen organisiert hat etc.), manchmal auch nur eine Geste, ein Blick oder ein nettes Wort.

Wenn man versucht, diese Sachen so wahrzunehmen (was ich tue), stellt man fest, dass man ganz schön viele Geschenke bekommt – viele davon sogar völlig ohne Anlass oder Termin wie Geburtstag, Weihnachten oder so. Zu solchen „Stichtagen“ häufen sich die Geschenke natürlich, und das ist ja auch etwas sehr Schönes.

Mir ist wichtig, dabei dankbar zu sein. Natürlich dem/der Schenkenden gegenüber. Aber wem gegenüber ist man dankbar für schönes Wetter bei der Grillparty, einem netten und interessanten Menschen, den man per Zufall trifft, oder einer robusten Gesundheit? Das – und ob man überhaupt „dankbar“ ist – muss jeder für sich selbst entscheiden. Wenn man aber nicht alles als selbstverständlich nimmt, sondern bemerkt, dass dies oder jenes etwas Besonderes – nennen wir es ein Geschenk – ist, macht einen das ein bisschen glücklicher. Jedenfalls habe ich das für mich festgestellt.

Nach diesem kurzen, philosophischen Exkurs aber zurück zu den Fakten!

Warum philosophiere ich hier also über Geschenke? Na ja, weil ich Geburtstag hatte und sich das Geschenke-Aufkommen naturgemäß dann verstärkt. Außerdem habe ich mir zwei schöne Geschenke selbst gemacht: ich habe meine beiden Zwischenziele (siehe „Ballastabwurf 08„) genau zu meinem Geburtstag erreicht!

Zum einen habe ich die 40kg-Marke geknackt und zum anderen (was natürlich zusammenhängt) meinen Adipositas-Grad von II auf I reduziert.

Das macht mich sehr, sehr froh, dankbar, dass ich das geschafft habe, und auch ein bisschen stolz!

 

Jetzt, da ich das so aufschreibe, muss ich an eine Begebenheit denken, die ich vor über 30 Jahren in Berlin erlebt habe: Ich war zum ersten Mal in dieser riesigen Stadt mit ihren teilweise „sehr besonderen“ Menschen. Ich saß in der U-Bahn, und der Zug fuhr in den Bahnhof ein. Die Türen öffneten sich, und ein Typ sprang hinein, fiel auf die Knie und schrie mit Tränen in den Augen: „Mein Leukozytenwert ist unter 10.000!!!“ Er war offenbar überglücklich – das konnte man sofort sehen. Mir war auch klar, dass wahrscheinlich kein einziger Fahrgast den Mann kannte. Mein erster Gedanke: „Was für ein Irrer ist das denn?“

Was dann aber passierte, werde ich nie in meinem Leben vergessen: Das ganze Abteil fing an zu klatschen und zu jubeln. Alle freuten sich mit ihm. Er umarmte wildfremde Menschen und war einfach selig.

Mir ist das so gut in Erinnerung geblieben, weil ich das als eine ganz besondere Situation empfunden habe und es mein (damals schon nicht sehr positives) Bild der Menschheit ein bisschen verändert hat. Wie empathisch Menschen doch sein können!

Bitte nicht falsch verstehen: Ich will mich weder mit diesem offenbar schwer kranken Mann vergleichen noch ähnliche Reaktionen hervorrufen!!

 

Ich musste nur gerade daran denken, weil sich bestimmt der eine oder andere bei meiner „Reduzierung des Adipositas-Grads“ auch gerade fragt: „Hä???“ 😂

Daher vielleicht eine kurze Erläuterung, worum es geht…

Das Thema Adipositas ist ziemlich komplex. Zum einen ist es eine chronische Krankheit (siehe auch meinen Artikel „Adipositas“). Man kann sie also nicht einfach loswerden oder weghungern. Zum anderen ist es aber auch eine Einteilung von Übergewichtsklassen. Diese wiederum hängen am BMI (Body-Mass-Index). Der BMI ist aber auch nur eine sehr vereinfachte Maßeinheit für Über-, Normal- und Untergewicht.

Alles klar soweit? Nein? Dann nochmal etwas ausführlicher:

Der BMI ist eine Maßzahl zur Bewertung des Körpergewichts im Verhältnis zur Körpergröße. Es ist eine sehr einfach zu ermittelnde Größe, denn jeder kann sich problemlos wiegen und messen, wie groß er ist.

Der Nachteil ist, dass Alter, Geschlecht und Fitnesszustand bzw. Muskelmasse nicht berücksichtigt werden. Zwischen harmlosem Unterhautfett und gesundheitsgefährdendem viszeralem Bauchfett wird schon gleich gar nicht unterschieden. Daher ist der BMI umstritten, dient aber weiterhin als einfacher, wenn auch grober Orientierungswert, um Untergewicht, Normalgewicht und Übergewicht einzuschätzen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilt den BMI für Erwachsene in folgende Kategorien ein:

Untergewicht: <18,5
Normalgewicht: 18,5 – 24,9
Übergewicht: 25,0 – 29,9
Adipositas Grad I: 30,0 – 34,9
Adipositas Grad II: 35,0 – 39,9
Adipositas Grad III: ≥ 40,0

Mittlerweile werden viele weitere Messwerte zur Adipositasbestimmung herangezogen. Hierzu zählen zum Beispiel Taillenumfang, WHR (Waist-To-Hip-Ratio / Taille-Hüft-Verhältnis), WHtR (Taille-Größe-Verhältnis), RFM (Relative-Fat-Mass-Index) und BIA (Bioelektrische Impedanzanalyse – unterscheidet zwischen Muskel- und Fettmasse).

Alle zusammen genommen, vermitteln ein deutlich genaueres Bild des Gesundheitszustands, können aber nur schwer bzw. gar nicht von einem selbst (ohne ärztliche Unterstützung) ermittelt werden. Daher richte auch ich mich weiterhin nach dem BMI, um meine wöchentlichen Veränderungen zu beurteilen.

So, und jetzt habe ich es geschafft, meinen BMI unter 35 zu „drücken“. YEAH! 🥳

 

Was gibt es sonst noch Neues in Sachen Ballastabwurf?

Aus meinem letzten Pen (10mg) habe ich, nachdem ich alle Klicks aufgebraucht hatte, noch zwei volle Dosen (7,5mg) per Einwegspritze entnehmen können – eine erhebliche Ersparnis.

Da ich jetzt dauerhaft bei einer wöchentlichen Dosis von 7,5mg bin, habe ich meinen Arzt gebeten, mir einen 15mg-Pen zu verschreiben. Er war übrigens auch sehr zufrieden mit meinem Fortschritt 😊.

Vorher hatte ich mich informiert, ob es den 15mg-Pen mittlerweile auch in Luxemburg gibt.

Gute Nachricht: Auch der ist inzwischen in Luxemburg zugelassen und verfügbar. Er kostet aktuell 400 Euro (in Deutschland 489 Euro). Da ich aus diesem Pen 8 Dosen à 7,5mg spritzen kann, beträgt der wöchentliche Preis meiner Therapie also 50 Euro.
 Dabei ist noch nicht berücksichtigt, dass ich 1-2 Dosen extra per Einwegspritze entnehmen kann, was den Preis dann nochmal senkt.

Von der viel diskutierten (und angeblich angekündigten) Änderung der Pens, sodass man keine „extra Dosis“ mehr entnehmen kann, wusste in der Apotheke niemand etwas, und mein Pen (den ich im Februar gekauft habe) ist auch noch wie gewohnt. Ob und wann diese Änderung kommt, bleibt abzuwarten.

Also: Bleibt optimistisch, bleibt dankbar und haltet die Augen nach Geschenken offen.

 

Cheers!

 

Wie immer der Hinweis: ich bin KEIN ARZT und erteile hier auch keine medizinischen Ratschläge. Ich schildere hier nur meine ganz persönlichen Erfahrungen. Wenn Du gesundheitliche Probleme hast, frage bitte deinen Arzt. Ansonsten stehe ich für Fragen, was meine persönlichen Erfahrungen angeht, jederzeit zur Verfügung.

2 Kommentare

  1. J

    Herzlichen Glückwunsch!! Ich bin ganz schön stolz auf dich! Und ich freue mich schon auf den nächsten Meilenstein!

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