Fragen und Mythen zum Ballastabwurf – Teil 2

 

 

 

21. Januar 2026

 

Wie weit muss man laufen, um 1 kg Fett zu verlieren?

Das ist der 2. Teil meiner kleinen Serie mit Fragen, die sich der/die ein oder andere schon mal gestellt hat – oder auch nicht. 🤣 Ich jedenfalls habe sie mir gestellt und ein bisschen geforscht, um sie zu beantworten. Die anderen Teile findest Du hier (einfach nach der Dame mit dem pinken T-Shirt Ausschau halten).

Vielleicht ist ja auch was Interessantes für Dich dabei. Wenn Du spezielle Fragen hast, die Dich interessieren, schreib mir gerne eine E-Mail an Fragen@Lars-Lehnert.de.

Diese Frage hat sich wahrscheinlich jeder schonmal (zumindest insgeheim) gestellt, oder? Vielleicht nicht, wie weit man laufen muss, um gleich ein ganzes Kilo Fett zu verlieren, aber doch, was man tun mĂĽsste, um die gerade gefutterte Tafel Schokolade wieder loszuwerden.
Vielleicht hast Du aber auch noch nie darüber nachgedacht. Entweder weil Du überhaupt keinen Anlass dazu hast oder weil Du zwar einen Anlass dazu hättest (wenn Du ehrlich zu Dir selbst bist), es Dir aber scheiß egal ist.

Zur letzten genannten Gruppe habe ich lange gehört – und tue es irgendwie noch immer.

„Sollen doch die ganzen Fitness-Junkies und Selbstoptimierer sich mit dem Mist beschäftigen! Ich bin ein Genussmensch und will mir nicht selbst die ganze Zeit ein schlechtes Gewissen machen!“

So, oder so ähnlich war meine Einstellung.

Allerdings bin ich auch ein sehr neugieriger Zeitgenosse und will immer verstehen wie Dinge funktionieren, wie die Zusammenhänge sind usw.
Hinzu kommt, dass ich (wie ich an anderer Stelle schon ausführlicher berichtete) zunehmend mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte und quasi gezwungen war, mich mit solchen Fragen zu beschäftigen.

Hier also die Ergebnisse meiner Nachforschungen (sei es nun aus Neugier oder medizinischer Notwendigkeit):

Bevor wir mit dem Ausrechnen anfangen, noch ein paar Grundannahmen und Erläuterungen:

  • Bei allen genannten Werten und Zahlen handelt es sich um Durchschnittsangaben, Näherungen und fundierten Schätzungen.
  • Jeder Organismus ist anders und es hängt sehr von den individuellen Voraussetzungen und Handlungsweisen ab, wie genau die Werte auf einen selbst zutreffen. Es geht hier nur um grobe Anhaltspunkte, damit man sich eine ungefähre Vorstellung machen kann.
  • Je schwerer man ist, desto mehr Energie verbraucht man auch bei körperlicher Betätigung.
  • Mit „Laufen“ ist hier normales Joggen gemeint. Kein Ultra-Marathon, kein Sprint etc. sondern normales Joggen, wie es die meisten (die joggen gehen) praktizieren. Ăśbrigens: ich gehöre definitiv nicht dazu und werde das auch nie.
  • Warum rechne ich hier ausgerechnet mit „joggen“ wenn ich das doch selbst gar nicht tue? Weil Joggen eine sehr weit verbreitete, gut erforschte und alltagstaugliche Tätigkeit ist, die beim Kalorienverbrauch (und der Fettverbrennung) im mittleren Beriech liegt. Seilspringen, Boxen und Ruden wären z.B. deutlich intensiver, Spazieren und Wandern hingegen wäre weniger intensiv.
  • Fett wird selbstverständlich nicht ab der ersten Minuten einer sportlichen Tätigkeit verbrannt, aber auch das vernachlässigen wir der Einfachheit halber mal.

 

Jetzt aber los!

Falls Du den Artikel „Kann man 5 kg in einer Woche abnehmen?“ gelesen hast, weißt Du vielleicht noch, dass 1 kg Körperfett ca. 30.000 kJ an Brennwert hat (ca. 7.000 kcal). Darum geht’s also. Das wollen wir jetzt verheizen.

Jetzt kommt der erste Wert, der vielleicht ĂĽberrascht oder sogar frustriert:
Beim Laufen setzt man pro Kilogramm Körpergewicht ca. 1 kcal (4,2 kJ) pro Kilometer um.
Hättest Du gedacht, dass das SO wenig ist? Ich nicht.

Eine Person die 70 kg wiegt verbraucht also ca. 70 kcal pro Kilometer. Um bei dem Beispiel vom Anfang zu bleiben: um die Tafel Schokolade (ca. 550 kcal) wieder loszuwerden, muss unsere Beispielperson also ungefähr 7,5 Kilometer weit joggen. Ganz schön effizient unser Motor, oder?

Wenn sie jetzt ein ganzes Kilo Fett verbrennen will, sollte sie wirklich gute Laufschuhe anhaben, denn dann dafĂĽr muss sie sage und schreibe 100 Kilometer weit rennen.

Um die Frage aus der Ăśberschrift also zu beantworten kann man sagen:

Um 1 kg Fett zu verlieren, muss man 100 km weit joggen.

 

Weil ich jetzt schon hören kann, wie viele sagen (oder denken – ja auch das kann ich hören): „Was fĂĽr eine schwachsinnige Rechnung!“, folgen jetzt noch ein paar zusätzliche Erläuterungen und Rechenbeispiele.

Wie schon erwähnt, hängt es von sehr, sehr vielen Faktoren ab, wie der genaue Wert bei jedem Einzelnen aussieht. Ich gebe zu, dass ich das Beispiel mit der 70 kg schweren Person auch deshalb gewählt habe, weil dann der griffige Wert von 100 km rauskommt.

Wiegt unser Test-Kanditat zum Beispiel 120 kg, muss er ja nur noch 58 km weit laufen. Allerdings ist die Frage, wer von beiden seine Aufgabe leichter (oder überhaupt) bewältigen kann.

Außerdem kommt es auf den Untergrund an, auf dem man läuft (Asphalt, Waldboden, tiefer Sand am Strand usw.), auf die Geschwindigkeit, auf die Dauer die man am Stück läuft usw.

Zum Einfluss des reinen Körpergewichts auf das Ergebnis, hier noch eine kleine Grafik:

Wie weit muss man laufen um 1 kg Fett zu verbrennen (Abhängig vom Körpergewicht)

 

Mich hat diese Rechnung jedenfalls verblüfft und überrascht. Außerdem hat sie mich in meiner Einstellung bestärkt, aber dazu mehr in einem anderen Artikel.

 

Cheers!

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