Ballast-Abwurf 08

 

 

 

8. Februar 2026

Diet is a rollercoaster

 

Bisher abgeworfen: 37 kg

 

Vor 25 Jahren trällerte der irische Barde Ronan Keating „Life is a rollercoaster“ (das Leben ist eine Achterbahn). Das würde ich so unterschreiben.
Eine Diät aber auch – jedenfalls eine langfristige wie die, die ich betreibe.

Wer meine anderen Artikel über meinen persönlichen Ballastabwurf gelesen hat, hat wahrscheinlich den Eindruck gewonnen, dass mir die Sonne aus dem Allerwertesten scheint, dass alles völlig problemlos ist und, dass es quasi nur Positives zu berichten gibt.
Wir sind aber hier nicht auf Instagram oder Facebook, wo immer die Sonne scheint und jeder das beste Leben überhaupt führt. Auf meinem kleinen Blog hier habe ich mir ja zum Grundsatz gemacht, dass ich ehrlich berichten will wie es ist und wie es war, was funktioniert und was nicht, was ich gut finde und was nicht.

In meinem letzten Artikel über meinen Ballastabwurf (siehe hier) habe ich erzählt, dass ich aufgrund meiner Zahnentzündung „zwischen den Jahren“ fast nichts essen konnte und, dass das meiner Diät sogar einen Schub verpasst hat. Das war auch so. Allerdings war die ganze Aktion da noch lange nicht vorbei. Die Entzündung war so heftig, dass ich noch eine ganze Zeit lang warten musste, bis dieser dämliche Zahn endlich gezogen werden konnte. Diese ganze Zeit lang (insgesamt über 3 Wochen) musste ich Antibiotikum in einer hohen Dosierung schlucken.

Zum Glück habe ich noch nicht oft in meinem Leben ein Antibiotikum gebraucht, und wenn, dann hatte ich damit nie Probleme. Das war diesmal anders. Offenbar hat sich meine gesamte Darmflora in den Urlaub verabschiedet und ich hatte schon die Befürchtung, dass sie endgültig den Dienst quittieren.

Die ganzen Pülverchen und Kuren (aus der Apotheke und dem Internet) haben eine Menge Geld gekostet, gebracht haben sie nichts. Jedenfalls bei mir nicht. Angeblich helfen die jedem sofort. Besonders hervorheben möchte ich da „Omnibiotic 10“. Allein schon wegen der unfassbar unsympathischen Fernsehwerbung wollte ich das erst nicht kaufen. Wer wissen will wovon ich rede, kann sich hier ein Video mit Frau Professor Anita Frauwallner ansehen. Das ist auch die Tante aus der Werbung. Ich verlinke das Video, ohne es bis zum Ende geschaut zu haben. Sowas würde ich normalerweise nicht tun, aber Frau Professor löst bei mir nach spätestens 20 Sekunden einen Brechreiz aus. Ich kann das nicht gucken.

Aber die Apothekerin versicherte mir, dass „Omnibiotic 10“ absolut hochwirksam sein und auch ein sofortiger Effekt zu spüren sei.

„Ja, in ihrer Kasse mit Sicherheit!“ 🤭
Meine Frage, warum ich, wenn es doch sofort wirkt, gleich eine Großpackung für knapp 100 Euro kaufen solle, wurde mit einem Haufen Geschwurbel beantwortet. Langfristige Darmgesundheit Blablabla.

Ich habe mich dann erstmal für eine 2-Wochen-Kur entschieden. Sofortige Wirkung? Fehlanzeige. Irgendeine Wirkung? Fehlanzeige.
Vielleicht hilft es dem ein oder anderen, für mich ist es fauler Zauber. Bei mir ist es mal wieder wie fast immer: ich muss einfach warten und Geduld haben, bis es vorbei ist.

Warum nun der Ausflug in die Welt der halbseidenen Werbeversprechen und meiner Darmgesundheit?
Naja, weil die ganze Nummer einen großen Effekt auf mein Projekt „Ballastabwurf“ hatte.

Nach vielen, vielen Tagen in denen ich wenig bis gar nichts essen konnte, kombiniert mit wochenlangem Durchfall, habe ich mich gefühlt wie ein ausgewrungener Lappen.
Um wieder einigermaßen auf den Damm zu kommen, war mir meiner Diät in diesem Moment ehrlich gesagt ziemlich egal. Ich habe das gegessen, worauf ich Appetit hatte und was ich überhaupt essen konnte. Da waren dann auch Dinge wie Pudding mit einem „ordentlichen Stich Butter (und Zucker) drin“, Teewurst und anderes mehr dabei.

Auf meine wöchentliche Mounjaro-Spritze habe ich in dieser Zeit aber nicht verzichtet, weil ein abrupter Abbruch wohl nicht gut ist – aber das hatte ich ja sowieso nicht vor.

Der Effekt des ganzen Abenteuers war folgender: 4,5kg runter, dann 1,6kg wieder hoch, erneut 1,8kg runter (jeweils in einer Woche) und dann kompletter Stillstand.

Ich muss gestehen, dass ich da zum ersten Mal seit dem Start meiner „Mounjaro-Reise“ etwas frustriert war. Vor allem, weil auch noch hinzukam, dass ich dauernd über Essen nachgedacht habe und ständig Hunger hatte.

Die letzte Erhöhung meiner Dosis war zu dem Zeitpunkt 9 Woche her. Also mehr als doppelt so lange, wie der Hersteller vorsieht (mal ganz davon abgesehen, dass ich laut Vorgaben des Herstellers schon auf 12,5mg sein sollte, aber erst bei 6,25mg war). Also habe ich meine wöchentliche Dosis auf 7,5mg erhöht. Aber auch das hatte nicht den gewünschten Effekt.

 

Ausschnitt aus meiner „normalen“ Abnehm-Kurve

Die Achterbahn im Januar

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei genauerer Betrachtung habe ich dann festgestellt, dass ich das mit der Disziplin beim Essen nicht mehr ganz so genau genommen habe. Da ist dann schonmal im Vorbeigehen ein Keks oder ein paar Gummibärchen in meinem Mund gelandet, Portionsgrößen und Zutaten habe ich nicht mehr ganz so streng beachtet und auch nicht mehr komplett alles in meiner schlauen App eingetragen (die Kekse zum Beispiel). Sollen die paar Kleinigkeiten wirklich diesen Effekt haben?

Versuch macht kluch: also habe ich mich am Riemen gerissen und wieder streng nach (eigenen) Vorschriften gelebt (und vor allem danach gegessen). Siehe da: 2,5kg in einer Woche runter, Stillstand überwunden. Jedenfalls hoffe und denke ich das.

Was ich gelernt habe:

  • freiverkäufliche Medikamente aus der Werbung sind genau das wofür ich sie schon immer gehalten habe
  • mein Körper ist ein sehr fein abgestimmtes System, in dem schon kleine Veränderungen einen großen Effekt haben können
  • kleine, unregistrierte Ausnahmen können sich (bei mir) schon zu einem Ganzen summieren, dass größer ist als ich dachte

Jetzt bin ich jedenfalls wieder voll motiviert und werde meine beiden nächsten großen Ziele fest im Blick behalten!

Welche Ziele das sind? Zum einen will ich beim Ballastabwurf die 40kg-Marke knacken und zum anderen meine Adipositas von Grad II auf Grad I reduzieren (die Reduzierung von Grad III auf Grad II habe ich still und heimlich gefeiert! 😜). Streng genommen ist das nur ein Ziel, denn beides fällt fast exakt zusammen. Aber zwei Ziele auf einmal zu erreichen ist doch auch schön, oder?

In diesem Sinne: bleibt standfest!

 

Cheers!

 

Wie immer der Hinweis: ich bin KEIN ARZT und erteile hier auch keine medizinischen Ratschläge. Ich schildere hier nur meine ganz persönlichen Erfahrungen. Wenn Du gesundheitliche Probleme hast, frage bitte deinen Arzt. Ansonsten stehe ich für Fragen, was meine persönlichen Erfahrungen angeht, jederzeit zur Verfügung.

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