Ballast-Abwurf 07

 

 

 

3. Januar 2026

🎶 Oh Du Schmerzhafte 🎶


Wie man über die Feiertage massiv Gewicht verliert

 

Bisher abgeworfen: 33,6 kg

 

Der Normalfall ist wohl, dass man in der Adventszeit und vor allem über die Weihnachtsfeiertage ein wenig zulegt – gewichtsmäßig. Schuld sind die leckeren Plätzchen, Lebkuchen, Dominosteine & Co. Weiter geht es ja dann meist „zwischen den Jahren“ mit einer Menge Alkohol und gutem Essen und gipfelt dann in Silvester mit Fondue, Raclette oder ähnlichem und noch mehr Alkohol.
Im Januar werden dann alle guten Vorsätze in die Tat umgesetzt und die Angebote und Rabatte der Fitnessbuden, WeightWatchers etc. häufen sich schlagartig.

Aber was ist schon ‚normal‘? Ich offensichtlich nicht. 😂

Zwar kann ich deutlich leichter auf Lebkuchen als auf ein Steak vom Grill verzichten, aber auch ich wollte mir keine Illusionen machen und habe damit gerechnet, dass mein Projekt Ballastabwurf im Dezember einen Rückschlag erleiden wird oder zumindest deutlich an Tempo verliert.
Zum einen, weil die Verlockungen dann doch schon ganz schön groß und quasi omnipräsent sind, zum anderen, weil ich eines ganz sicher nicht will, nämlich, dass sich andere Menschen, nach meiner Diät richten müssen. Damit meine ich, dass sich die Verwandtschaft bezüglich des Weihnachtsessens Gedanken macht „was der Larsi denn im Moment essen darf“ usw.

Ich habe ganz bewusst und sehr deutlich kommuniziert, dass ich alles essen darf, will und werde. Über die Feiertage hat die Diät Pause. So der Plan.

 

„Willst Du Gott zum Lachen bringen: Mache einen Plan.“

Blaise Pascal (franz. Philosoph und Mathematiker, 1623-1662)

 

Gemäß meinem Plan habe ich dann auch die Plätzchen meiner Mama erst probiert und dann einer ständigen Qualitätskontrolle unterzogen. Meine Fresse sind die lecker!

An Heiligabend gab es dann auch unser traditionelles Essen, ohne das es seit quasi 50 Jahren einfach nicht Weihnachten wäre: Rinderzunge, Pommes und Selleriesalat. Das klingt für den ein oder anderen vielleicht erstmal ungewöhnlich, aber wer es einmal probiert hat, weiß, dass es unfassbar lecker ist. Da habe ich dann auch ordentlich zugelangt und im Anschluss habe ich mich total überfressen gefühlt, aber das es war es definitiv wert.
Weiter ging es dann an den anderen Tagen mit süßen Leckereien, Steak & Pommes und einigem mehr.

Direkt nach den Feiertagen war dann Samstag (bekanntlich mein Mess- und Wiegetag). Zu meiner großen Überraschung hatte ich nicht nur mein Gewicht gehalten, sondern sage und schreibe über 1 kg abgenommen! Verrückt.

Wie jedes Jahr (welch Überraschung!) hat mein Patenkind am 27.12. Geburtstag. Also ging es mit Geburtstagkuchen und Pizza weiter – alles noch gemäß meinem Plan. Allerdings konnte ich von der Pizza nicht viel essen, da ich an dem Tag schon Zahnschmerzen hatte und nicht gut kauen konnte.
Wenn ich geahnt hätte, für wie lange das meine letzte feste Nahrung sein sollte, hätte ich wahrscheinlich – Schmerzen hin oder her – noch mehr davon gefuttert…

In der folgenden Nacht bin ich mit unfassbaren Zahnschmerzen aufgewacht. Meine Backe (ja, ich weiß, korrekt müsste es Wange heißen) war geschwollen, den Mund konnte ich nur noch einen kleinen Spalt öffnen und die Schmerzen haben mich halb wahnsinnig gemacht. Weitere Details erspare ich Euch lieber.

Aber wann passiert sowas? Richtig: an einem Sonntag zwischen Weihnachten und Neujahr. Wann auch sonst?

Wer mich kennt, weiß wie lange ich zögere, um zum Arzt zu gehen. Zu welchem auch? Aber es ist nicht zum Aushalten und ich suche den zahnärztlichen Notdienst auf. Ich treffe auf den unfreundlichsten, genervtesten und ruppigsten Arzt den ich jemals gesehen habe. Ich nenne keine Namen, aber seine Praxis befindet sich am Weidengraben. Hervorheben möchte ich aber, dass die Arzthelferinnen super freundlich waren. Mir ist völlig unklar, wie so nette Damen bei so einem Arschloch arbeiten können.
Machen kann (und will) er nichts, außer mir ein Antibiotikum und Ibuprofen zu verschreiben.

Ich quäle mich durch die nächsten 2 Tage und weil es immer noch schlimmer statt besser wird, gehe ich am 31.12. zur Vitas Zahnklinik.
Was für ein Gegensatz zum dem anderen Idioten! Das ganze Personal ist mega freundlich, der junge Arzt ist sehr vorsichtig und erklärt mir die Situation sehr genau. Das verschriebene Antibiotikum ist für meinen Fall völlig ungeeignet und ich soll es sofort absetzen und stattdessen ein anderes nehmen. Die Schmerzmitteldosis wird ebenfalls erhöht und wenn es in 2 Tagen nicht besser ist, soll ich unbedingt nochmal kommen. Ansonsten Antibiotikum nehmen bis die Entzündung weg ist, dann Zahn raus.

Stand heute (03.01.): das neue Antibiotikum scheint zu wirken, ich kann wieder halbwegs schlucken und hoffe, dass der Übeltäter nächste Woche aus meinem Esszimmer geschmissen werden kann.
Damit soll es auch genug der Krankheitsgeschichten eines alten Mannes sein! Ich musste das nur erwähnen, weil es erklärt, warum ich seit einer Woche nichts Nennenswertes mehr gegessen habe.

 

Meine unfreiwillige Hardcore-Diät hat in 7 Tagen aus folgenden Nahrungsmitteln bestanden:

  • 3 Bananen
  • 2 kleinen Portionen Kartoffelpüree
  • 3 kleinen Portionen Erbsen- und Linsensuppe
  • 2 kleinen Portionen Pudding
  • 1 kleinen Portion Ravioli aus der Dose (eignen sich prima zum Lutschen)

Nicht, dass ich diese Ernährung empfehlen würde, aber effektiv ist sie schon. Ich habe in einer Woche knapp 5 kg verloren.

Damit habe ich einen neuen persönlichen Rekord aufgestellt. Außerdem wollte ich versuchen, im Dezember die 30kg-Marke bei meinem Projekt zu knacken. Über dieses Ziel bin ich nun weit hinausgeschossen (insgesamt 33,6 kg abgeworfen).

Sicher habt ihr schonmal vom „Pillen-Knick“ in der Statistik gehört. Bei mir gibt’s jetzt einen Zahn-Knick in der Grafik:

Der „Zahn-Knick“ 😉

 

Ich glaube ich muss nicht erwähnen, dass ich auf den ganzen Scheiß liebend gern verzichtet hätte (und er ist ja noch lange nicht vorbei) und einfach „normal“ weiter gemacht hätte.
Aber wie schon eingangs erwähnt: „Was ist schon normal?“. Und das mit dem Planen und den Plänen ist auch so eine Sache.
Wie würde Fritz Meinecke sagen: „Leben in der Lage!“ – also immer das Beste aus dem machen, was man so hat und vorfindet.

In diesem Sinne: immer schön die Beißerchen pflegen und für jeden Tag ohne Schmerzen dankbar sein!

 

 

Cheers!

 

Wie immer der Hinweis: ich bin KEIN ARZT und erteile hier auch keine medizinischen Ratschläge. Ich schildere hier nur meine ganz persönlichen Erfahrungen. Wenn Du gesundheitliche Probleme hast, frage bitte deinen Arzt. Ansonsten stehe ich für Fragen, was meine persönlichen Erfahrungen angeht, jederzeit zur Verfügung.

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